Im Sog des Monolog

Bei seinem Gegenüber,
philosophiert man oft darüber,
nur einem selbst stellt sich die Frage,
warum man ist nicht in der Lage,
Dinge objektiver zu betrachten,
und den And’ren nicht gleich zu verachten.

Die Kritik, vielleicht berechtigt,
der Verstand hatte genächtigt.
Wieder mal war alles viel zu schnell,
und aus Dunkel wird nun nicht mehr Hell.

Und so geht sie los die Fehde,
als ob es gar kein Morgen gebe,
die Gedanken – sehr famos,
ach herje – was mach’ ich blos ?

Und dann kocht es weiter,
die Fassade, sie ist noch heiter.
und gerade das, was wäre löblich,
ist geworden gar unmöglich.
So nimmt sie auf an Fahrt, die Diskussion,
fernab von jeglich’ gutem Ton:

“Nun stell dich nicht so an, es ist schon wahr”,
“WAS ? Wieso, er hält mich doch zum Narr !”
“Es wurde nur gesagt was offensichtlich”,
“Was mein Gegenüber sagt, das ist doch nichtig !”
“Das kannst so du nicht sagen”,
“Wie ? ICH ? auch noch nachfragen ?
Was kommt dir in den Sinn, du kleiner Wicht,
er griff dich an, das sieht du nicht ?
So halt mit Widerspruch nicht an,
sonst bist auch du kein wahrer Mann,”

Und so schmort es vor sich hin,
völlig frei von jedem Sinn.
mit einer Vielzahl an Optionen,
doch wird sich das auch wirklich lohnen ?

Die eigentliche Szene,
sie ist schon lang Geschichte,
doch der falsche Focus,
die Lösung, – nun zunichte.

Darauf Abstand man gewinnt,
und in Ruhe drüber sinnt,
auf das obrig’ genannter Dialog,
gerät in einen völlig and’ren Sog:

“Da ist Sie wieder die Person,
las’ raus den fiesen Hohn”,
“Herrgott, nun ist’s aber gut.,
gestern hat mit heute nichts am Hut !”
“Das was vorher war,
er hält mich noch immer gar zum Narr”,
“Dies höre ich von dir seit Gestern
nun spar’ dir dieses stetig lästern !”
“Aber …”
“Für mich gibt’s da kein Aber,
ergo hör auf mit dem Gelaber !”

Reagiert bis weilen man schnell über,
auch wenn es einem ist nicht lieber.
Tun kann man dagegen nicht sehr viel,
wenn man kennt nicht dieses Spiel.

So streiten sie im Kopfe da zu zweit.
und rauben mir die kostbar’ Zeit.
und bevor es gar kein Ende nimmt,
kommt ein Einwand, recht bestimmt:

“Haltet beide jetzt die Goschen,
es ist gefallen der weise Groschen !
seit ihr zweie so verblendet ?
dass ihr meine Zeit verschwendet.”
Das einz’ge was ich hör seit Stunden,
sind eure argumentativen Runden.
Nur kommt ihr so niemals zum Ende
Euer Verhalten, es spricht Bände”

Und auf einmal ist sie da, die Ruh’,
hinfort ist mein Hui Buh.
Kein Schlossgespenst mehr in der Birne,
ein Hoch auf rationale Hirne.

So schnell wie es gekommen,
hat’s auch wieder abgenommen.
Wüsst’ man nur wie’s gleich so ginge,
hätt’ man vielmehr Zeit für and’re Dinge,

Darauf kommt am Ende man zu einem Schluss,
den das eig’ne Ego einseh’n muss:
Die Moral dieser Geschicht’,
inn’rer Ärger lohnt oft nicht.

CC_BY_NC_SASpeefak | inspired by Klinik-lueneburger-heide.de (ADHS/Aspberger) | PDF Download

Kategorie(n): Eigene Werke, Literatur

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