Motion – Bewegungsmelder und Überwachungssoftware

Wie funktioniert die Motion Software

Motion ermöglicht die Realisierung eines vollwertigen Überwachungssystems mit einer Vielzahl von Web,-  und IP Kameras. Die Funktionsweise der Bewegungserkennung ist dabei recht einfach gehalten indem 2 Bilder miteinander vergleichen werden. Unterscheiden sich die Bilder über vorher definierte Parameter, wie geänderte Pixelanzahl oder Maskierungen, löst Motion eine entsprechende Aktionen aus. Die ausgelösten Aktionen reichen von einer simplen Aufzeichnung von Bildern oder Videos über das versenden von Emails bis hin zu jeglichen durch externe Scripte programmierten Ereignissen, wie das z.B. einschalten von Stromquellen über schaltbare Steckdosen, Lampen u.v.m.. Motion verfügt zudem über eine “Trackingfunktion”, die über steuerbare Webcams bewegte Objekte verfolgen kann.

Neben der Funktion als Bewegungsmelder eignet sich Motion auch, um innerhalb bestimmter Intervalle Schnappschüsse zu speichern oder fortlaufend Videos aufzuzeichnen. Der in Motion integrierte Webserver ermöglicht eine browserbasierte Konfiguration und Steuerung sowie die Wiedergabe des jeweiligen Livestreams aller Kameras

 

Installation

Motion ist in den Repositries aller bekannten Linuxdistributionen enthalten und kann mittels folgendem Befehl installiert werden :

  • Die interne Videobearbeitung basiert auf ffmpeg. Der Videoexport kann somit in jedem aktuellen Videoformat erfolgen.
  • Konfigurationsparameter von Webcams können mit dem Programm fswebcam ausgelesen und geladen werden
  • Der Versandt von Emails setzt ein funktionierenden Mailtransportagent (MTA) wie beispielsweise Postfix voraus.
    Alternativ kann Motion aus dem Quellcode compiliert werden.

 

Konfiguration

Die Konfiguration von Motion erfolgt über die gut dokumentierte Datei /etc/motion/motion.conf . Die Konfiguration jeder einzelnen Kamera kann über eine eigene Konfigurationsdatei realisiert werden (cameraX-dist.conf). Mit Hilfe des Programms fswebcam lassen sich ein Großteil der Webcam Konfigurationsparameter auslesen und setzen. In dem meisten Fällen (für eine Kamera) ist die voreingestellte Konfiguration von Motion bereits ausreichend.

Oft geänderte Konfigurationsparameter:

daemon onstartet Motion im Hintergrund
videodevice /dev/video0Gerätedatei der Webcam
rotate 0Bildrotation in Grad 90, 180 and 270
width 800 / height 600Höhe und Breite des Videos / Bildes
target_dir /var/lib/motionVerzeichnis für Aufzeichnungen
threshold 1500Pixeldifferenz zwischen 2 Bildern um Aufzeichnung zu starten
stream_localhost offgibt Zugriff auf Stream im Netzwerk frei
webcontrol_port 8080legt Port für Konfigurationsinterface fest
webcontrol_localhost offgibt Zugriff auf Konfigurationsinterface im Netzwerk frei
stream_quality 100Bildqualität des Streams ( verursacht wesentlich mehr Traffic )
stream_maxrate 10Framerate des Webcamstreams ( verursacht wesentlich mehr Traffic )

 

Kamerakonfiguration mittels fswebcam

Die Aktuellen Konfigurationsparameter der Webcam können über folgenden Befehl ausgelesen werden:

 

Motion automatisch starten

Motion kann über verschiedene Möglichkeiten gestartet werden

  • Eintrag /var/lib/./motion in der Datei /etc/rc.local ( nicht auf allen Linuxsystemen vorhanden, nicht immer beim Systemstart geladen )
  • Erstellung der Datei /etc/default/motion mit dem Inhalt /start_motion_daemon=yes  ( sudo echo “start_motion_daemon=yes” > /etc/default/motion)
  • Eintrag über Cronjob ( @reboot /var/lib/motion )

 

Dateien nach einem bestimmten Zeitraum automatisch löschen

Um aufgezeichnete Bilder und Videos zu löschen sind externe Werkzeuge, wie z.B. Cron, nötig, da Motion aktuell noch keine Möglichkeit bietet diese über die Konfigurationsdatei selbst zu löschen.

Die tägliche Löschung aller Dateien um 0:00, die älter als 7 Tage sind, kann mit folgendem Cronjob realisiert werden :

Die stündliche Löschung aller Dateien, die älter als 7 Tage sind, kann mit folgendem Cronjob realisiert werden :

 

Alternatives Motion Webinterface

Mit Zoneminder existiert eine weitere und wesentlich umfangreichere Software für Überwachungssysteme, die allerdings deutlich höhere Soft,- und Hardwarerecourcen benötig.

Quellen :
http://www.linux-community.de
http://www.lavrsen.dk
 
 
Kategorie(n): Anleitungen, Server, Sicherheit

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