{"id":7964,"date":"2025-03-04T14:40:36","date_gmt":"2025-03-04T13:40:36","guid":{"rendered":"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/?p=7964"},"modified":"2025-04-17T13:38:14","modified_gmt":"2025-04-17T11:38:14","slug":"installation-und-konfiguration-von-proxmox-auf-debian-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/installation-und-konfiguration-von-proxmox-auf-debian-12\/","title":{"rendered":"Installation und Konfiguration von Proxmox auf Debian 12"},"content":{"rendered":"<p>Proxmox Virtual Environment (Proxmox VE) ist eine leistungsstarke Open-Source-Virtualisierungsplattform, die KVM (Kernel-based Virtual Machine) und LXC (Linux Containers) unterst\u00fctzt. Sie erm\u00f6glicht das Erstellen und Verwalten von virtuellen Maschinen und Containern \u00fcber eine webbasierte Benutzeroberfl\u00e4che. Proxmox ist besonders f\u00fcr Serverumgebungen geeignet und bietet Funktionen wie Hochverf\u00fcgbarkeit, Backups und Cluster-Management.<\/p>\n<p>Es gibt zwei Versionen von Proxmox VE:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Enterprise-Version<\/strong>: Erfordert ein kostenpflichtiges Abonnement und bietet offiziellen Support sowie Zugang zu stabilen Updates aus dem Enterprise-Repository.<\/li>\n<li><strong>Community-Version (No-Subscription)<\/strong>: Kostenlos nutzbar, jedoch ohne offiziellen Support. Updates stammen aus dem \u201epve-no-subscription\u201c-Repository, das weniger getestet ist als das Enterprise-Repository.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In dieser Anleitung wird die Installation der Community-Version auf einem Debian-12-Netinstall-System beschrieben.<\/p>\n<hr \/>\n<h2>1. Vorbereitung<\/h2>\n<h3>1.1 Systeminstallation &#8211; Debian Netinstall<\/h3>\n<p>Die Minimalinstallation von Debian 12 kann \u00fcber das Netinstall-Installations-Image erfolgen, die nur die n\u00f6tigsten Pakete installiert. Diese Methode bietet den Vorteil, dass das System von Anfang an schlank und ressourcenschonend bleibt. Es werden nur die grundlegenden Komponenten wie der Linux-Kernel, ein Minimal-Set an Bibliotheken und die notwendigsten Systemwerkzeuge installiert.<\/p>\n<p>Dadurch wird ein grundlegendes, funktionales System geschaffen, das die Basis f\u00fcr eine ma\u00dfgeschneiderte Installation bietet. So kann der Benutzer nach Bedarf zus\u00e4tzliche Softwarepakete installieren, ohne unn\u00f6tige Programme oder Dienste, die in einer Standardinstallation enthalten w\u00e4ren, auf dem System zu haben. Dies spart Speicherplatz und erh\u00f6ht die Leistung.<\/p>\n<hr \/>\n<h2>2. Proxmox-Repository hinzuf\u00fcgen<\/h2>\n<p>Da das Standard-Proxmox-Enterprise-Repository nur mit einem g\u00fcltigen Abonnement genutzt werden kann, wird hier das No-Subscription-Repository eingerichtet:<\/p>\n<pre class=\"lang:default decode:true\">echo \"deb http:\/\/download.proxmox.com\/debian\/pve bookworm pve-no-subscription\" &gt; \/etc\/apt\/sources.list.d\/pve.list\r\nwget http:\/\/download.proxmox.com\/debian\/proxmox-release-bookworm.gpg -O \/etc\/apt\/trusted.gpg.d\/proxmox-release-bookworm.gpg<\/pre>\n<p>Anschlie\u00dfend werden die Paketlisten aktualisiert und zus\u00e4tzlich ben\u00f6tigte Pakete installiert:<\/p>\n<pre class=\"\">sudo apt update\r\nsudo apt install curl software-properties-common apt-transport-https ca-certificates gnupg2 postfix\r\n<\/pre>\n<hr \/>\n<h2>3. Installation von Proxmox VE<\/h2>\n<p>Vor der Installation von Proxmox selbst, sollte der Proxmox Kernel installiert und gestartet werden, um Probleme bei der Proxmox VE Installation zu vermeiden:<\/p>\n<pre class=\"\">sudo apt install proxmox-default-kernel\r\nsudo reboot<\/pre>\n<p>Die eigentliche Installation erfolgt mit folgendem Befehl:<\/p>\n<pre class=\"lang:default decode:true\">sudo apt install proxmox-ve pve-headers open-iscsi -y\r\n<\/pre>\n<ul>\n<li><code>proxmox-ve<\/code>: Installiert die Proxmox Virtual Environment.<\/li>\n<li><code>postfix<\/code>: Wird f\u00fcr E-Mail-Benachrichtigungen ben\u00f6tigt. Alternativ kann <code>postfix<\/code> durch <code>nullmailer<\/code> ersetzt werden, wenn kein Mailserver eingerichtet werden soll.<\/li>\n<li><code>open-iscsi<\/code>: Wird f\u00fcr die Nutzung von iSCSI-Storage ben\u00f6tigt.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>4. Systemkonfiguration<\/h2>\n<h3>4.1 Hostname und Netzwerkkonfiguration<\/h3>\n<p>In Proxmox k\u00f6nnen Probleme auftreten, wenn der Hostname in der <code>\/etc\/hosts<\/code>-Datei auf die Loopback-Adresse <code>127.0.1.1<\/code> verweist, anstatt auf die LAN-IP des Hosts. F\u00fcr den korrekten Betrieb des PVE-Cluster-Dienstes ist es jedoch erforderlich, dass der Hostname auf die LAN-IP zeigt, da dieser Dienst auf eine zuverl\u00e4ssige Netzwerkverbindung angewiesen ist. Wird die Loopback-Adresse verwendet, kann dies zu Kommunikationsproblemen zwischen den Cluster-Knoten f\u00fchren.<\/p>\n<p>Um dieses Problem zu beheben, muss die <code>\/etc\/hosts<\/code>-Datei angepasst werden:<\/p>\n<pre class=\"lang:default decode:true \">sudo sed -i \"s\/^127.0.1.1.*\/$(hostname -I | cut -d \" \" -f1) $(hostname)\/\" \/etc\/hosts\r\n<\/pre>\n<p>Der Befehl ersetzt die <code>127.0.1.1<\/code>-Zeile in der <code>\/etc\/hosts<\/code>-Datei durch die LAN-IP des Hosts und den Hostnamen.<\/p>\n<p>Damit ist die Proxmox Software Installation und grundlegende Konfiguration abgeschlossen und das System sollte nun neu gestartet werden, um die Proxmox spezifischen Konfigurationen, wie den z.B. Proxmox Kernel, zu laden.<\/p>\n<h3>4.2 <strong>Debian-Kernel entfernen<\/strong><\/h3>\n<p>Proxmox VE liefert einen eigenen Kernel aus, und das Beibehalten des standardm\u00e4\u00dfigen Debian-Kernels kann bei Updates, insbesondere bei Debian PointReleases, zu Problemen f\u00fchren. Daher sollte der standardm\u00e4\u00dfige Debian-Kernel entfernt und die Grub2-Konfiguration aktualisiert werden:<\/p>\n<pre class=\"lang:default decode:true\">apt remove linux-image-amd64 'linux-image-6.1*' \r\nupdate-grub<\/pre>\n<h3>4.3 Root-Account und Proxmox-Admin-Account<\/h3>\n<p>Eine Standard-Linux-Installation nutzt sudo, um administrativen Zugriff zu gew\u00e4hren, ohne dass sich der Benutzer direkt als Root anmelden muss. Durch sudo k\u00f6nnen autorisierte Benutzer bestimmte oder alle Root-Befehle ausf\u00fchren, nachdem sie ihr eigenes Passwort eingegeben haben. Dies erh\u00f6ht die Sicherheit, da Root-Zugriffe protokolliert und auf bestimmte Benutzer beschr\u00e4nkt werden k\u00f6nnen. Um Proxmox mit allen Funktionen nutzen zu k\u00f6nnen, wird allerdings ein Root-Account mit Passwort ben\u00f6tigt. Soll Proxmox ohne konfigurierten Root-Account verwendet werden, sind einige Funktionen wie die Formatierung von Festplatten oder Systemneustarts u.\u00e4. nicht verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Wenn f\u00fcr den Root-Account ein Passwort vergeben wird, sollte ein Login \u00fcber SSH dringend vermieden werden, da dies ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt. Dies kann durch die Einstellung <code>PermitRootLogin no<\/code> in der Datei <code>\/etc\/ssh\/sshd_config<\/code> verhindert werden, sodass sich Root nicht direkt per SSH anmelden kann.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Root-Account des Hosts kann mit folgendem Befehl ein Passwort gesetzt und der Root Login verboten werden:<\/p>\n<pre class=\"lang:default decode:true\">sudo passwd root\r\nsed -i 's\/^.*PermitRootLogin.*$\/PermitRootLogin no\/' \/etc\/ssh\/sshd_config<\/pre>\n<p>Eine Alternative ist die Verwendung der Proxmox-Benutzerverwaltung. Hierzu wird mittels folgender Befehle ein Admin-Account erzeugt, der jedoch keinen Zugriff auf den Root-Account des Host-Systems hat:<\/p>\n<pre class=\"lang:default decode:true\">pveum user add admin@pve --password 'DeinSicheresPasswort' \r\npveum aclmod \/ -user admin@pve -role PVEAdmin<\/pre>\n<p>Der Benutzer admin erh\u00e4lt Administratorrechte f\u00fcr Proxmox, w\u00e4hrend der Root-Account des Debian-Hosts unver\u00e4ndert bleibt.<\/p>\n<hr \/>\n<h2>5. Zertifikate erneuern (falls erforderlich)<\/h2>\n<p>Falls es zu Problemen mit den SSL-Zertifikaten kommt, k\u00f6nnen diese mit folgenden Befehlen erneuert werden:<\/p>\n<pre class=\"lang:default decode:true\">rm -f \/etc\/pve\/local\/pve-ssl.* \r\npvecm updatecerts --force \r\nsystemctl restart pveproxy<\/pre>\n<hr \/>\n<h2>6. Zugriff auf das Webinterface<\/h2>\n<p>Das Webinterface von Proxmox ist nach der Installation unter folgender Adresse erreichbar:<\/p>\n<pre class=\"lang:default decode:true\">https:\/\/&lt;proxmox-host-ip&gt;:8006\/<\/pre>\n<p>Der Login erfolgt entweder \u00fcber den passwortgesch\u00fctzten Root-Account des Hosts oder \u00fcber den zuvor erstellten Benutzer der Proxmox-Benutzerverwaltung mit dem entsprechenden Passwort.<\/p>\n<hr \/>\n<h2>7. Meldung zu fehlendem Abonnement deaktivieren<\/h2>\n<p>Beim Login im Webinterface erscheint eine Meldung, die auf das fehlende Abonnement hinweist. Diese Meldung kann mit folgendem Befehl entfernt werden:<\/p>\n<pre class=\"lang:default decode:true\">sed -i.bak \"s|if (data.status !== 'Active') {|if (false) {|g\" \/usr\/share\/javascript\/proxmox-widget-toolkit\/proxmoxlib.js \r\nsystemctl restart pveproxy<\/pre>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-2821 alignleft\" src=\"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/CC_BY_NC_SA.png\" alt=\"CC_BY_NC_SA\" width=\"65\" height=\"23\" \/>by Speefak | <a href=\"https:\/\/pve.proxmox.com\/wiki\/Install_Proxmox_VE_on_Debian_12_Bookworm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">proxmox.com<\/a>\u00a0| <a href=\"https:\/\/pve.proxmox.com\/pve-docs\/pve-admin-guide.html#_ports_used_by_proxmox_ve\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">pve.proxmox.com<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Proxmox Virtual Environment (Proxmox VE) ist eine leistungsstarke Open-Source-Virtualisierungsplattform, die KVM (Kernel-based Virtual Machine) und LXC (Linux Containers) unterst\u00fctzt. 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