{"id":6125,"date":"2021-12-12T01:42:41","date_gmt":"2021-12-12T00:42:41","guid":{"rendered":"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/?p=6125"},"modified":"2024-06-02T10:17:29","modified_gmt":"2024-06-02T08:17:29","slug":"systembackups-mit-live-betriebssystemen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/systembackups-mit-live-betriebssystemen\/","title":{"rendered":"Systembackups mit Live Betriebssystemen"},"content":{"rendered":"<p>Um Probleme mit Zugriffsberechtigungen sowie Datei- und Verzeichnisberechtigungen zu vermeiden, sollten f\u00fcr die Sicherung von einzelnen Partitionen oder auch ganzen Festplatten Live Systeme verwendet werden. Beim Starten eines Livesystemes ist somit der exklusive Zugriff auf die eigentlichen Partitionen und Daten des Betriebssystems gew\u00e4hrt und Probleme wie sie u.U. beim direkten Kopieren entstehen k\u00f6nnen so vermieden werden.<\/p>\n<p>Einige L\u00f6sungen wie Relax and Recover (ReaR) sind hingegen in der Lage aus einem laufenden System komplette Backups zu erstellen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"text-decoration: underline; font-size: 20pt;\"><strong>Live Backupsysteme im \u00dcberblick<\/strong><\/span><\/p>\n<h2><a href=\"https:\/\/clonezilla.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Clonezilla<\/a><\/h2>\n<p>Das auf Ubuntu oder Debian basierende Betriebssystem ist \u00e4hnlich aufgebaut wie Norten Ghost, aber dank der GPL3 Lizens frei nutzbar und auch effektiver.<\/p>\n<h2><a href=\"http:\/\/www.mondorescue.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mondo Rescue<\/a><\/h2>\n<p>Das ebenso kleine wie geniale Mondo Rescue sichert nicht nur das laufende System, sondern baut auch gleich noch ein passendes Rettungsmedium. Letzteres stellt das Backup sogar auf einer beliebigen Festplattenpartition wieder her. Mondo sichert Daten von Linux-Servern und -Workstations unter anderem auf Band, DVD, CD, Festplatte oder \u00fcber das Netzwerk. Dabei kann Mondo mit den Dateisystemen LVM 1\/2, RAID, EXT2, EXT3, EXT4, JFS, XFS, ReiserFS, NTFS und VFAT umgehen. Bei der Daten-Wiederherstellung l\u00e4sst sich die Plattengeometrie anpassen, sodass eine Migration von nicht RAID-Systemen auf RAID-Systeme m\u00f6glich ist.<\/p>\n<h2><a href=\"http:\/\/www.partimage.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Partimage<\/a><\/h2>\n<p>Partimage bietet die M\u00f6glichkeit, Partitionen \u00fcber ein Rechnernetz auf andere Rechner wie einem Server oder auf einem Network Attached Storage (NAS) zu sichern oder davon wiederherzustellen, sofern dort ein partimaged-Server vorhanden ist. Zu sichernde Abbilder von Partitionen k\u00f6nnen entweder direkt oder durch verschiedene Verfahren komprimiert gesichert werden. Da im regul\u00e4ren Betrieb eingebundene Partitionen, wie die sogenannte &#8220;root-partition&#8221; im Regelfall nicht im Betrieb gesichert werden k\u00f6nnen, steht Partimage auch in Form einer Rettungs-CD (englisch SystemRescueCD) zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h2><a href=\"https:\/\/partclone.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Partclone<\/a><\/h2>\n<p>Partclone ist eine Backup-Software, das Images von Partitionen via Kommandozeile erstellt und sie bei Bedarf wieder zur\u00fcckkopiert. Die Open-Source-Software bietet sich als Alternative zu partimage an und unterst\u00fctzt die Dateisysteme ext2, ext3, ext4, hfs+, reiserfs, reiser4, btrfs, vmfs3, vmfs5, xfs, jfs, ufs, ntfs, FAT12, FAT16, FAT32, exfat, f2fs und nilfs. Aufgrund der Besonderheiten bei SSDs stellt als f\u00fcr die unterst\u00fctzten Dateisystem auch ein Alternative zu dd dar. Partclone wird zudem von Clonezilla verwendet, das als Life-CD l\u00e4uft und Backups vom System erstellt.<\/p>\n<h2><a href=\"http:\/\/doclone.nongnu.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">doClone<\/a><\/h2>\n<p>DoClone ist ein kostenloses Projekt, das in C++ entwickelt wurde, um GNU\/Linux-System-Images zu erstellen oder wiederherzustellen. Es kann auch in einem LAN arbeiten, um Daten innerhalb von Computern zu \u00fcbertragen. Dieses Tool bietet eine einfache M\u00f6glichkeit, die GNU\/Linux-Installation in B\u00fcros oder Schulen zu verwalten, einschlie\u00dflich Maschinen mit unterschiedlicher Hardware wie z.B. abweichenden Festplattengr\u00f6\u00dfen etc.<\/p>\n<h2><a href=\"http:\/\/relax-and-recover.org\/\">Relax-and-Recover<\/a><\/h2>\n<p>Relax and Recover (ReaR) erzeugt aus einem laufenden System ein bootf\u00e4higes Rettungsmedium inklusive Systembackup. ReaR wird \u00fcber eine Konfigurationsdatei und Terminalbefehle gesteuert.<\/p>\n<h2><a href=\"https:\/\/www.supergrubdisk.org\/rescatux\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Recatux<\/a><\/h2>\n<p>Zu guter Letzt ist noch Rescatux zu nennen. Rescatux ist kein direktes Livesystem um Partitionen oder Festplatten zu sichern bzw. zu Klonen. Rescatux beinhaltet allerdings einige n\u00fctzliche Werkzeuge wie Gparted (Partitionsverwaltungssoftware), Grub Wiederherstellung, Windows Passwort Wiederherstellung und einige n\u00fctzliche Werkzeuge mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong><span style=\"font-size: 20pt;\">Live Backupsysteme im Einzelnen<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<h2>Relax-and-Recover<\/h2>\n<p>Relax and Recover (ReaR) ist eine einfache und effiziente Anwendung f\u00fcr Backups und Bare Metal Restores von Linux-Systemen. Es erstellt angepasste Recovery-Images sowie reine Backups <strong>aus dem laufenden System heraus<\/strong>.\u00a0 Die Installation von Relax-and-Recover ist f\u00fcr die meisten Linux Distributuioen recht einfach, da die Software in den Quellen enthalten ist. ReaR unterst\u00fctzt viele Backupwerkzeuge wie Tivoli Storage Manager, QNetix Galaxy, Symantec NetBackup, EMC NetWorker oder HP DataProtector. F\u00fcr Debian kann ReaR mit folgendem Befehl installiert werden:<\/p>\n<pre class=\"lang:default decode:true\">sudo apt get install rear sshfs pigz<\/pre>\n<p>Die Installation f\u00fcgt einen cron-Job in \/etc\/cron.d hinzu, der (nach durchgef\u00fchrter Konfiguration) regelm\u00e4\u00dfig ein Update des Recovery-Images vornehmen kann. Ein neues Recovery Image wird erstellt, wenn sich das Disk-Layout \u00e4ndert.<\/p>\n<p>Die Konfiguration von Relax and Recover erfolgt \u00fcber eine einzige Konfigurationsdatei (\/etc\/rear\/local.conf). Eine ausf\u00fchrliche Dokumentation aller ReaR Konfigurationsoptionen befindet sich unter <strong>\/usr\/share\/rear\/conf\/default.conf<\/strong>. Die einfachste default Konfiguration sieht wie folgt aus:<\/p>\n<pre class=\"lang:default decode:true\">OUTPUT=ISO\r\nBACKUP=NETFS\r\nOUTPUT_URL=null\r\nBACKUP_URL=\"iso:\/\/\/backup\"\r\nISO_DIR=\"\/home\/\"\r\n<\/pre>\n<p>Diese Konfiguration erstellt eine bootf\u00e4hige ISO Datei im Ordner \/var\/lib\/rear\/output\/rear-&lt;hostname&gt;.iso. Dazu werden die ben\u00f6tigten Dateien f\u00fcr ein bootf\u00e4higes ISO Image sowie ein Systembackup als tar Archiv in \/tmp\/rear.xxxxx angelegt und anschlie\u00dfend in o.g. ISO Datei konvertiert.<\/p>\n<p>Um das tar Archiv des Backupsystems sowie die erstellte ISO Datei auf einem entfernten System via sshfs zu speichern, sieht die Konfiguration wie folgt aus:<\/p>\n<pre class=\"lang:default decode:true\">OUTPUT=ISO\r\nOUTPUT_URL=sshfs:\/\/user@host:\/home\/user\/\r\nBACKUP=NETFS\r\nBACKUP_URL=\"iso:\/\/\/backup\"\r\nBACKUP_URL=sshfs:\/\/user@host:\/home\/user\/\r\n<\/pre>\n<p>ISO Datei und Backup Archiv des Systems werden dabei zuerst in \/tmp\/rear.xxxxx erstellt, gleichzeitig wird das Archiv auf dem sshfs Laufwerk (sshfs:\/\/user@host:\/home\/user\/) erstellt. Danach wird eine ISO Datei in \/usr\/share\/rear\/conf\/default.conf mit dem Inhalt von \/tmp\/rear.xxxxx erstellt und anschlie\u00dfend auf das sshfs Laufwerk kopiert. Rear Backup ben\u00f6tigt daher in dieser Konfiguration sehr viel Speicherplatz w\u00e4hrend der Backuperstellung. F\u00fcr jede Operation eines Parameters (in diesem Fall sshfs) wird eine neue sshfs Verbindung aufgebaut, o.g. Beispiel erfordert daher die zweimalige Passworteingabe f\u00fcr den sshfs HOST.<\/p>\n<p>Wird nur ein bootf\u00e4higes ISO Recovery ben\u00f6tigt, in dem der Systembackup ohnehin schon enthalten ist, kann auf die Speicherung eines separaten Tar Archives verzichtet werden (BACKUP<strong>_URL=&#8221;iso:\/\/\/backup&#8221;<\/strong>). Soll die ISO Datei nicht unter \/var\/lib\/rear\/output\/rear-&lt;hostname&gt;.iso gespeichert werden, muss mit der Option <strong>ISO_DIR=\/path\/to\/target<\/strong> ein Zielverzeichnis f\u00fcr die ISO Datei angeben werden.<\/p>\n<pre class=\"lang:default decode:true\">OUTPUT=ISO\r\nISO_DIR=sshfs:\/\/user@host:\/home\/user\/\r\nOUTPUT_URL=null\r\n\r\nBACKUP=NETFS\r\nBACKUP_URL=\"iso:\/\/\/backup\"\r\n\r\nBACKUP_PROG_COMPRESS_OPTIONS=( --use-compress-program=pigz )\r\nREQUIRED_PROGS+=( pigz )\r\n\r\nUSER_INPUT_TIMEOUT=3\r\n\r\nAUTORESIZE_PARTITIONS=true<\/pre>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Die Optionen im Einzelen<br \/>\n<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><strong>OUTPUT=ISO<\/strong><br \/>\nRear Ausgabe als bootf\u00e4hge ISO Datei<\/li>\n<li><strong>ISO_DIR=sshfs:\/\/user@host:\/home\/user\/ISO<\/strong><br \/>\nDateiausgabe per sshfs auf dem Host &lt;host&gt; unter dem User &lt;user&gt;<\/li>\n<li><strong>OUTPUT_URL=null<\/strong><br \/>\nseparare TAR Archiv Speicherung deaktviert \/ unterbunden<\/li>\n<li><strong>BACKUP=NETFS<\/strong><br \/>\nBackupspeicherart &#8211; f\u00fcr ISO Erstellung: NetFS<\/li>\n<li><strong>BACKUP_URL=&#8221;iso:\/\/\/backup&#8221;<\/strong><br \/>\nSpeicherpfad des TAR Systembackups: Integration in bootf\u00e4hige ISO Datei<\/li>\n<li><strong>BACKUP_PROG_COMPRESS_OPTIONS=( &#8211;use-compress-program=pigz )<\/strong><br \/>\nKompressionsprogramm pigz wird genutzt, pigz nutzt alle verf\u00fcgbaren CPU Kerne<\/li>\n<li><strong>REQUIRED_PROGS+=( pigz )<\/strong><br \/>\nIntegration des Programms pigz in bootf\u00e4hige ISO Datei<\/li>\n<li><strong>USER_INPUT_TIMEOUT=3<\/strong><br \/>\nTimeout f\u00fcr Benutzereingabe bei automatischer Wiederherstellung (3 Sekunden)<\/li>\n<li><strong>AUTORESIZE_PARTITIONS=true<\/strong><br \/>\nLetzte Partition wird automatisch verkleinert, wenn Zielplatte kleiner als Quellplatte<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Image wird auf Basis des installierten Kernels und der verwendeten Module erstellt, und enth\u00e4lt auch das aktuelle Disk-Layout. Das grundlegende Bootimage beinhaltet alle Werkzeuge um das eigentliche Systembackup wiederherzustellen. Ein Image umfasst ca. 150 MB (Bootimage) zuz\u00fcglich der Backupdaten. Das Backup wird wie folgt gestartet:<\/p>\n<pre class=\"lang:default decode:true \">rear -v mkrescue<\/pre>\n<p>Nach dem Starten eines Recovery Images bootet das System in eine Recovery-Shell, mit einem root-Konto ohne Passwort. Wenn beim Erstellen des Images ein SSH-Publickey mitgegeben wurde, ist auch Zugriff per SSH m\u00f6glich. Mit<\/p>\n<pre class=\"lang:default decode:true\">rear -v recover<\/pre>\n<p>wird der Restore gestartet. Nach der Angabe der Disk, auf die zur\u00fcckgespielt werden soll, formatiert ReaR die Disk, spielt das Backup aus dem vorgegebenen Backup-System zur\u00fcck und erstellt die Boot-Konfiguration. Bei Bedarf lassen sich Informationen ausgeben oder das Ergebnis des Prozesses analysieren.<\/p>\n<hr \/>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-2821 alignleft\" src=\"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/CC_BY_NC_SA.png\" alt=\"CC_BY_NC_SA\" width=\"65\" height=\"23\" \/><span style=\"font-size: 10pt;\">by Speefak <span style=\"font-size: 8pt;\">|<\/span><\/span><span style=\"font-size: 8pt;\"><a href=\"https:\/\/relax-and-recover.org\/rear-user-guide\/basics\/configuration.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> User Guide<\/a> | <a href=\"https:\/\/cd-portal.sp.ethz.ch\/linux\/Wiki\/Disaster%20Recovery%20mit%20Rear.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Infosource<\/a> | <a href=\"https:\/\/devblog.juangacovas.info\/relax-and-recover-bare-metal-server-backup-restore-migrate-linux-guide-sshfs-centos\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Infosource<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.admin-magazin.de\/Das-Heft\/2014\/03\/Disaster-Recovery-mit-Relax-and-Recover\/(offset)\/6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Infosource<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um Probleme mit Zugriffsberechtigungen sowie Datei- und Verzeichnisberechtigungen zu vermeiden, sollten f\u00fcr die Sicherung von einzelnen Partitionen oder auch ganzen Festplatten Live Systeme verwendet werden. 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