{"id":2225,"date":"2014-03-18T14:56:08","date_gmt":"2014-03-18T13:56:08","guid":{"rendered":"http:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/?page_id=2225"},"modified":"2014-03-18T14:56:08","modified_gmt":"2014-03-18T13:56:08","slug":"windsurfen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/sport\/windsurfen\/","title":{"rendered":"Windsurfen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2236\" src=\"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/windsurfen_150x120.jpg\" alt=\"windsurfen_150x120\" width=\"150\" height=\"120\" \/>Windsurfen ist eine Wassersportart, bei der man, auf einem Surfbrett stehend, ein Segel zur Fortbewegung nutzt. Das Segel ist freibeweglich (drehbar und kippbar) mit dem Brett verbunden, was spektakul\u00e4re Man\u00f6ver und Tricks erm\u00f6glicht. Die in den USA entwickelte Sportart wurde zur Trendsportart und hat sich weltweit etabliert. Das Windsurfen ist aus dem Wellenreiten entstanden: Die Nutzung der Kraft des Windes erm\u00f6glichte es, sich das m\u00fchsame Paddeln gegen die Wellen zu ersparen.<\/p>\n<h2>Geschichte des Windsurfens<\/h2>\n<p>Im November 1964 zeichnete Newman Darby sein Darby Sailboard. Er verwendete dabei ein Segel \u00e4hnlich einem Kinderdrachen, bei dem ein Mast beweglich mit dem Surfboard verbunden war und eine horizontale Spiere zum Halten des Segels diente.<\/p>\n<p>Der Amerikaner Jim Drake, Ingenieur des US-Verteidigungsministeriums, versah ein Surfboard mit einem Segel, um das l\u00e4stige Paddeln durch die Wellen zu vermeiden und entwickelte dazu das Bauprinzip des Windsurfers mit \u201ePaar gekr\u00fcmmter B\u00e4ume, welche querab zur Spiere verlaufen und zwischen sich das Segel haltern\u201c, wie der Gabelbaum umschrieben wird. Finanziert wurde das Projekt von seinem damaligen Freund Hoyle Schweitzer, mit dem gemeinsam er 1969 ein Patent bei dem US-amerikanischen Patentamt United States Patent and Trademark Office (USPTO) anmeldete. Drake startete in der Jamaica Bay in New York am 21. Mai 1967 zum ersten Mal seinen Windsurfer \u201eOld Yeller\u201c. Vor ihm hatte der Engl\u00e4nder Peter Chilvers mit der Idee gespielt, ein Surfbrett mit einem Segel zu verbinden. Jedoch hatte Drake schlie\u00dflich die entscheidende Idee, das Segel mit einem Gabelbaum zu spannen sowie moderne Materialien f\u00fcr Brett, Mast und Segel einzusetzen. Am 6. Januar 1970 wurde dem Patentantrag \u201ef\u00fcr ein windbetriebenes Fahrzeug\u201c stattgegeben.<\/p>\n<p>Hoyle Schweitzer erkannte die wirtschaftlichen M\u00f6glichkeiten des Windsurfens und trieb die Entwicklung weiter voran. Zusammen mit seiner Frau Diana gr\u00fcndete er das Unternehmen Windsurfing International Inc. und \u00fcbernahm 1973 auch Drakes Anteile an den Patentrechten. Ein Jahr, nachdem Windsurfen erstmals olympische Disziplin geworden war, lief das Patent aus.<\/p>\n<p>In Europa wurde das Patent in einem Verletzungsverfahren vor dem M\u00fcnchner Patentgericht eingeschr\u00e4nkt. Urspr\u00fcnglich hatten Schweitzer und Drake das Kardangelenk des Mastfu\u00dfes und das Rigg (die Einheit aus Segel, Mast, Mastfu\u00df und Gabelbaum) gesch\u00fctzt. Das Gericht w\u00fcrdigte aber die fr\u00fchere Erfindung von Newman Darby, der bereits sein Segel beweglich mit dem Board verbunden hatte und belie\u00df Schweitzer nur den Gabelbaum als Patentinhalt, da der Gabelbaum im Gegensatz zu dem kinderartigen Drachensegel von Darby mit nur einer Haltespire eine deutliche Verbesserung darstellte. Das beschnittene Patent mit dem Gabelbaum reichte aber aus, um praktisch in allen patentgesch\u00fctzten M\u00e4rkten Lizenzen eintreiben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das heutige Windsurfen wurde also von drei Personen entwickelt: Newman Darby als eigentlicher Erfinder, Jim Drake als Erfinder des Gabelbaumes und Hoyle Schweitzer, der es als einziger verstand, Windsurfen zum weltweiten spektakul\u00e4ren Trendsport zu etablieren.<\/p>\n<p>In den folgenden Jahren setzte parallel zu neuen Materialien und Innovationen eine starke Verbreitung der neuen Sportart ein. Wesentliche Meilensteine setzte \u201eWindsurfing Hawaii\u201c in den Jahren 1976\u20131977 mit der Entwicklung des Trapezes zur Entlastung der H\u00e4nde, Fu\u00dfschlaufen f\u00fcr h\u00f6here Standfestigkeit auf dem Brett, leichten und agilen Brettern, die Spr\u00fcnge erm\u00f6glichten, sowie mit k\u00fcrzeren Gabelb\u00e4umen. Parallel zu diesen fr\u00fchen Funboardaktivit\u00e4ten in Hawaii hat sich Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Europa eine wachsende Gemeinde von Longboardenthusiasten gebildet. So konnten zum Beispiel das Ostermann Board, auf dem sp\u00e4ter (1984) um olympisches Gold gesegelt werden durfte oder auch der Mistral Competition, der mit 270.000 Exemplaren das meistverkaufte Surfboard aller Zeiten wurde, dazu beitragen, dass in Europa Mitte der achtziger Jahre etwa 2,8 Millionen Surfer ihrem Sport fr\u00f6nten. Die Mutter aller Trendsportarten war damit geboren.<br \/>\nWindsurfer umgab das Image von Freiheit und Naturverbundenheit. Rund um das Windsurfen und seine Idole wurde in den 1980ern bis Mitte der 1990er Jahre ein regelrechter Kult betrieben. Der Surfertyp wurde mit h\u00fcbschen M\u00e4dchen, eigener Mode und Lebenseinstellung in Verbindung gebracht. Die Trendsportart wurde bestens vermarktet und fand Anh\u00e4nger in aller Welt. Eigene Magazine wie \u201eSurf\u201c und \u201eStehsegelrevue\u201c verbreiten im deutschem Sprachraum die neuesten Trends und Informationen.<\/p>\n<p>Diese Bl\u00fctezeit des Surfens war als Massensport eine kurze, denn die einseitige Berichterstattung in den Fachmagazinen \u00fcber die Kurzbrettszene (engl. Funboard), die 1980\u20131983 aus Hawaii nach Europa her\u00fcberschwappte, \u00fcberforderte viele Longboardsurfer in Europa. Kaum einer wollte als \u201eStehsegler\u201c gelten, wenn andere \u00fcber meterhohe Wellen sprangen. 1986 wurden in Deutschland noch 180.000 Surfboards verkauft. Seitdem ist die Zahl bis zum heutigen Tag konstant r\u00fcckl\u00e4ufig. 2005 gingen in Deutschland gerade einmal 9.000 Surfboards \u00fcber den Ladentisch. Damals wie heute erlernen etwa 40.000\u201350.000 Menschen das Windsurfen (belegt durch den VDWS, Verband der deutschen Windsurfing Schulen), allerdings mit dem dramatischen Unterschied, dass in den achtziger Jahren praktisch alle Neueinsteiger \u201eon Board\u201c blieben, w\u00e4hrend heute 95 Prozent der Anf\u00e4nger nach dem Erwerb des \u201eWindsurfing Grundscheines\u201c diesen Sport wieder aufgeben.<\/p>\n<p>Die Funboards ( kurzen Surfbretter ) mit einer L\u00e4nge von ca. 2,5m sind jedoch deutlich schwerer zu handhaben als die fr\u00fcheren Longboards mit einer L\u00e4nge von 3,5m- 3.8m, und die athletischen Voraussetzungen sind deutlich h\u00f6her, um damit richtig surfen zu k\u00f6nnen. Au\u00dferdem ist auch mehr Wind erforderlich, um die Leistungsf\u00e4higkeit des Kurzbretts auszusch\u00f6pfen. Das alles hat dazu gef\u00fchrt, dass weniger athletische beziehungsweise weniger geduldige Surfer den Sport wieder aufgaben. Gleichzeitig verdankt der Sport dem Funboard eine atemberaubende Akrobatik und v\u00f6llig neue Fahrtechniken wie die Faszination des \u201eGleitens\u201c und die Beherrschung der Welle.<\/p>\n<h2>Windsurf Wettk\u00e4mpfe<\/h2>\n<p>Offizielle Windsurfwettk\u00e4mpfe verlangen eine Windgeschwindigkeit von 10 Knoten (18,5 km\/h). Das entspricht der Windst\u00e4rke 4, oder der Meldung \u201em\u00e4\u00dfiger Wind\u201c im Wetterbericht. Bei dieser Windst\u00e4rke beginnen die Surfbretter auf dem Wasser zu gleiten und werden dabei deutlich schneller als 20 km\/h. Freestyle (Vielfalt, Originalit\u00e4t und Ausf\u00fchrung artistischer Elemente wie Loopings, Drehungen und Spr\u00fcnge) und Waveriding (Spr\u00fcnge \u00fcber die Wellen und das Abreiten der Wellen) sind durch Kampfrichter bewertete Wettbewerbe. Olympische Klasse, Formula Klasse, Slalom und Supercross sind Rennen, bei denen viele Teilnehmer einen festgelegten Kurs absolvieren. Speed ist ein Rennen, bei dem die Teilnehmer nacheinander einen geraden Kurs befahren (z. B. 500 Meter oder eine halbe Meile). Indoor sind Hallenwettbewerbe, meist f\u00fcr Freestyle und Long Distance sind Langstrecken-Wettfahrten.<\/p>\n<h2>Olympia<\/h2>\n<p>Das Windsurfen wurde f\u00fcr M\u00e4nner 1984 in Los Angeles olympische Disziplin, die Frauen folgten 1992 in Barcelona. Die Ausr\u00fcstung der olympischen Klasse ist f\u00fcr alle Teilnehmer gleich. F\u00fcr die Olympischen Spiele 1984 setzte sich bei der IYRU (International Yacht Racing Union) der deutsche Windglider als einzig zul\u00e4ssiger Surfbretttyp gegen den weltweit meistgefahrenen Typen Windsurfer durch. 1996, 2000 und 2004 wurden die Windsurfregatten auf dem Mistral One Design gefahren. Auf der ISAF-Jahreshauptversammlung 2005 wurde der Neilpryde-Vorschlag \u201eRS:X\u201c zum neuen Olympiaboard f\u00fcr die Olympischen Spiele 2008 in Peking gew\u00e4hlt.<\/p>\n<h2>Welt- und Europameisterschaften<\/h2>\n<p>J\u00e4hrlich wird von der Professional Windsurfers Association (PWA) die Surfweltmeisterschaft in den Disziplinen Wave, Freestyle, Slalom, Supercross und teilweise Indoor ausgetragen. Daneben werden Weltmeister f\u00fcr Speed, Racing und in der Formulaklasse gek\u00fcrt. Au\u00dferdem gibt es die Europameisterschaften im Freestyle, ausgetragen durch die EFPT (European Freestyle Pro Tour). Im deutschsprachigen Raum finden diese Wettbewerbe meist auf Sylt oder in Podersdorf statt. Der Windsurf World Cup Sylt ist die gr\u00f6\u00dfte Veranstaltung ihrer Art, die regelm\u00e4\u00dfig ausgetragen wird.<\/p>\n<h2>Geschwindigkeiten und Rekorde<\/h2>\n<p>\u00dcblicherweise gleiten Surfbretter mit 30 bis 45 Kilometer pro Stunde \u00fcber das Wasser. Die Rekordgeschwindigkeiten \u00fcber 80 km\/h werden nur bei Sturmst\u00e4rken auf sehr glattem Wasser mit speziellen, ca. 25 cm breiten Surfbrettern (sogenannten Speedneedles) erreicht. Die Kurzstrecken-Weltrekorde werden in der Regel auf einer k\u00fcnstlichen Wasserfl\u00e4che am Strand von Saintes-Maries-de-la-Mer in der franz\u00f6sischen Camargue aufgestellt; dort wurde eigens ein 1.100 m langer und 15 m breiter Kanal (le canal, auch French Trench) angelegt, um auch bei hohen Windgeschwindigkeiten die \u2013 Geschwindigkeit reduzierende \u2013 Wellenbildung auf dem Wasser fast vollst\u00e4ndig zu verhindern.<\/p>\n<p>Der absolute Geschwindigkeitsrekord wird seit dem 6. M\u00e4rz 2008 mit 49,09 Knoten (90,9 km\/h) vom Franzosen Antoine Albeau gehalten.<br \/>\nIm Oktober 2004 holte der Ire Finian Maynard den Weltrekord f\u00fcr segelgetriebene Wasserfahrzeuge \u00fcber 500 m vom Trimaran Yellow Pages Endeavour zu den Surfern.<br \/>\nAm 10. April 2005 verbesserte er seinen Rekord noch auf 48,7 Knoten (90,2 km\/h), was vom World Sailing Speed Record Council am 11. April 2005 ratifiziert wurde.<br \/>\nDer schnellste Segler ist auf diese Strecke der Trimaran L&#8217;Hydropt\u00e8re mit 44,81 Knoten; anders als die Surfer segelt die Hydropt\u00e8re ihre Rekorde allerdings nicht auf einem k\u00fcnstlichen, optimierten Gew\u00e4sser, sondern in K\u00fcstengew\u00e4ssern mit nat\u00fcrlichen Wellen.<br \/>\nDen Weltrekord f\u00fcr segelgetriebene Wasserfahrzeuge \u00fcber eine Seemeile (1852 m) hielt ab dem 15. Oktober mit 39,97 Knoten ebenfalls Maynard. Am 31. Oktober 2006 \u00fcbernahm der vorherige Weltrekordler Bj\u00f8rn Dunkerbeck mit 41,14 Knoten wiederum den Rekord.<br \/>\nAm 24. April 2007 brachte der Trimaran L&#8217;Hydropt\u00e8re mit 41,69 Knoten pro Seemeile den Rekord jedoch wieder zu den Seglern.<br \/>\nSeit dem 28. Oktober 2010 gilt der Kite-Surfer Rob Douglas (USA) als neuer Weltrekordhalter. W\u00e4hrend der L\u00fcderitz Speed Challenge (Namibia) fuhr er 55,65 Knoten, das sind 103,06 km\/h.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Windsurfen ist eine Wassersportart, bei der man, auf einem Surfbrett stehend, ein Segel zur Fortbewegung nutzt. Das Segel ist freibeweglich (drehbar und kippbar) mit dem Brett verbunden, was spektakul\u00e4re Man\u00f6ver und Tricks erm\u00f6glicht. Die in den USA entwickelte Sportart wurde zur Trendsportart und hat sich weltweit etabliert. Das Windsurfen ist aus dem Wellenreiten entstanden: Die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":1136,"menu_order":1,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-2225","page","type-page","status-publish","hentry"],"rttpg_featured_image_url":null,"rttpg_author":{"display_name":"speefak","author_link":"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/author\/speefak_oss\/"},"rttpg_comment":0,"rttpg_category":false,"rttpg_excerpt":"Windsurfen ist eine Wassersportart, bei der man, auf einem Surfbrett stehend, ein Segel zur Fortbewegung nutzt. Das Segel ist freibeweglich (drehbar und kippbar) mit dem Brett verbunden, was spektakul\u00e4re Man\u00f6ver und Tricks erm\u00f6glicht. Die in den USA entwickelte Sportart wurde zur Trendsportart und hat sich weltweit etabliert. Das Windsurfen ist aus dem Wellenreiten entstanden: Die&hellip;","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2225","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2225"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2225\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1136"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2225"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2225"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/speefak.spdns.de\/oss_lifestyle\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2225"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}